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Die Welt ohne Insekten

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Stell dir vor, so sähe die Zukunft aus: Das Jahr 2200 – fast alle Insekten sind gestorben. Vor allem Pestizide und Monokulturen in der Landwirtschaft haben sie ausgerottet. Obst und Gemüse sind nun Luxus, den sich nur noch Reiche leisten können. Vögel und Wirbeltiere finden kaum noch Nahrung und sterben ebenfalls aus. Überall liegt Aas, denn Insekten zersetzen es nicht mehr und bringen es unter die Erde. Doch du kannst die Zeit wieder ins Heute zurückdrehen.

Klicke auf ein Icon und du kannst dir eins der fünf Szenarien anschauen.

Mit einem Klick auf die "Biene" startest du jeweils die Zeitreise.

Obstbaum

Obstbäume sind auf Honigbienen angewiesen. Wenn es die Bienen nicht mehr gäbe, müssten Menschen die Blüten mit der Hand bestäuben. Obst würde zum Luxusgut und wäre nur noch für Reiche bezahlbar.

Gemüsebeet

Das Insektensterben kann auch die Welternährung beeinflussen. Vitamin A zum Beispiel nehmen wir oft über Gemüse zu uns – genauer gesagt als Vorstufe Beta-Carotin, das der Körper dann in Vitamin A umwandelt. Ohne die Bestäubung durch Insekten gäbe es deutlich weniger Gemüse wie Tomaten, Kürbisse und Brokkoli. Vitamin A-Mangel gilt weltweit als die Ursache für die Erblindung von 500.000 Kindern jährlich.

Ökosysteme

Bleiben die Insekten weg, haben Spechte, Meisen und Spatzen kaum entscheidende Nahrung. Auch Spitzmäuse, Fledermäuse, Salamander, Frösche und Kröten sind davon betroffen. Als nächstes geht es dann Tieren wie Fuchs und Eule an den Kragen, die sich wiederum von den kleineren Tieren ernähren.

Verwesung

Insekten tragen dazu bei, dass vom Blätterhaufen bis zum Kadaver alles zersetzt wird. Das funktioniert unter anderem dank der mikrobiellen Symbionten. Das sind einzigartige Mikroorganismen, die im jeweiligen Insekt vorkommen. Dadurch können Insekten ungewöhnliche Nahrung verdauen. Ohne sie würden Aas und Abfall deutlich länger herumliegen.

Klimawandel

Insekten sorgen dafür, dass Kuhmist schnell unter die Erde kommt. Damit kämpfen sie tapfer gegen den Klimawandel. Denn unter der Erde kann der Kuhmist kein Lachgas mehr ausdünsten. Dieses ist fast 300-mal schädlicher fürs Klima als Kohlendioxid.